Wir, Ralf und ich, haben Anfang 2003 eine Reise quer durch Japan gemacht. Suche im Bilderarchiv. Hier zunächst die fragmentarische unzensierte Version:
Die Anreise aus Deutschland beginnt am Donnerstag, den
20.2., in Frankfurt-Main Flughafen. Von dort aus sind es 11 Stunden mit dem
Flugzeug (All Nippon Airlines non-stop) bis nach Narita, dem internationalen
Flughafen von Tokyo.
Den ersten Abend (Reise zuzüglich 8 Stunden
Zeitverschiebung) verbringen wir in Shibuya, einem Stadtteil von Tokyo mit
zahlreichen Kneipen und Karaoke-Möglichkeiten.
Am nächsten Tag besuchen wir Tsukiji mit seinem Fischmarkt und einem großen Park. Nach einem kurzen Ausflug zum Tokyo Tower besuchen wir den Ueno-Park mit dem Tokyo National Museum.
Am Sonntag besuchen wir erst einmal die Ginza. Danach geht's zum kaiserlichen Garten im Zentrum von Tokyo. Schließlich noch einen Blick auf die modernste Technik in Japan - Akihabara. Zum Abend dann noch einen Blick über Tokyo, vom Rathaus in Shinjuku aus.
Am 24. 2. geht es weiter in Asakusa, an einem der berühmtesten Tempel in Tokyo. Ausserdem kann man auf der Nakamise Dori alle möglichen Andenken und Erinnerungsstücken an Japan kaufen.
Dienstag, heute verlassen wir Tokyo in Richtung Yokohama und besuchen das Maritim-Museum. Ausserdem hat man vom Yokohama-Tower einen guten Ausblick über die moderne Hafenstadt. Schließlich gibt es hier noch eines der größten China-Towns in Japan. Am Abend dann Treffen mit einem alten Freund aus Deutschland.
Weiter geht's mit historischer Kultur in Kamakura. Hier steht der berühmte Todaiji, großer Buddha. Ausserdem gibt es zahlreiche Gärten mit schönen blühende Bäumen. Am Abend Ankunft in Kyoto.
Mittwoch dann Ausflug nach Ise. Der Ise-Schrein ist einer der bedeutendsten in der japanischen Kultur. Ausserdem liegt Futami-Uri, der Ursprung der japanischen Bevölkerung gleich in der Nähe.
Am 28.2. dann besuchen wir Nara, eine Stadt mit einem sehr berühmten buddhistischen Tempel. Ausserdem gibt es hier einen großen Park mit vielen Rehen.
Samstags fahren wir dann nach Osaka. Hier entdecken wir vor allem das Aquarium.
Sonntags mit schönerem Wetter nach Kobe. Durch die Hafenanlage, Kobe-Tower und Chinatown. Am Abend dann noch ein zweiter Eindruck von Osaka.
Neue Woche, neues schlechtes Wetter Montags in Himeji. Wir besuchen eine alte Burg.
Am Dienstag dann Hiroshima. Hier gibt es eine große Friedens-Gedenkstätte zu sehen.
Mittwoch dann Stadtbesichtigung in Kyoto selbst.
Nach einem letzten Blick über Kyoto heute auf nach Kanazawa.
Ausflug auf die Halbinsel Noto. Mitten auf dem Lande plötzlich ein UFO-Museum.
| 20. 2. | mit dem Flugzeug nach Japan |
| 21. 2. | Herzlich Willkommen in Japan |
| 22. 2. | Erster Tag in Japan |
| 23. 2. | Ginza in Tokyo |
| 24. 2. | Asakusa bei Regen |
| 25. 2. | Yokohama, China Town, Andreas |
| 26. 2. | Kamakura |
| 27. 2. | Ise |
| 28. 2. | Nara |
| 1. 3. | Osaka |
| 2. 3. | Kobe |
| 3. 3. | Himeji |
| 4. 3. | Hiroshima |
| 5. 3. | Kyoto |
| 6. 3. | Reise nach Kanazawa |
| 7. 3. | Hakui |
| 8. 3. | Reise nach Saitama |
| 9. 3. | Wochenende mit Familie Andou |
| 10. 3. | Zum Fujisan |
| 11. 3. | Tokyo Disneyland |
| 12. 3. | Saitama und die Reitaku-Uni |
| 13. 3. | Rückreise |
| Mehr Links zu Japan |
Morgens schnell noch die restlichen Sachen abgegeben bzw. für die Reise gekauft, dann mittags etwas aufgeregt in den Zug eingestiegen. Werden 90min vor dem Abflug reichen oder muss man doch 3h für den Flughafen einplanen?

1845Uhr: Yukiyo hat uns noch bis Frankfurt Hauptbahnhof begleitet, ich glaube, sie war ein bisschen besorgt um uns.
2000Uhr: OK, für Neckermann- und
co-Touristen vielleicht 3h vorher Tickets abholen, aber bei ANA (All Nippon
Airlines) ist man fast in einem Familienbetrieb. Freundliche Stewardessen,
schnelles check-in; und vielen Dank an Ayumi, ihre Schwester hat uns sogar noch
Sitzplätze am Fenster verschafft …
Nach einem etwas unruhigen Schlaf im Flugzeug wacht man mittags 1200Uhr (Ortszeit Tokyo) im Flugzeug auf. Nur noch 4h bis zur Landung in Japan. Gerade richtig, um in aller Ruhe noch ein paar Insidertipps über die Kultur im Reiseführer zu lesen. Interessant ist auch das Programm über die Entspannungs- und Lockerungsgymnastik (das erinnert an die bekannten Bilder über Tai-Chi-Übungen auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking, aber das ist eine andere Geschichte).
Landung mit 30min Verspätung und die Crew entschuldigt sich vielmals
dafür. In diesem Land ist jeder so höflich, wie er nur kann. Unser
Empfang am Flughafen dann 2 ehemalige japanische Austausch-Studenten aus Jena.
Das war sehr nett und bei dem riesigen U-Bahn- und Eisenbahn-System in
Tokyo auch sicherer. Nach einer kleinen Überraschung mit der Unterkunft
(1500Yen/ Nacht sind wirklich sehr billig), wir wurden auf 2 Zimmer mit
mehreren Chinesen zusammen verteilt, sind wir am Abend noch nach Shibuya
gefahren.
Tokyo wird auch in der
Nacht fast taghell erleuchtet und die Straßen sind
immer noch voller Menschen, später am Abend dann auch die U-Bahn, da kann
wirklich keiner mehr umfallen! Schließlich waren wir noch abend essen in
einem …. Bevor man sich an den Tisch setzt, stellt man seine Schuhe
noch im Schrank ab. Es gibt japanisch Typisches, alle möglichen Sorten
Fisch, Hühnchen am Spieß und noch einige andere Spezialitäten.
Ach so, man sollte nicht barfuß auf's Klo laufen, da man dann vielleicht
gefragt wird, ob man schon sehr viel getrunken hat (für's Klo sind die an
jeder Ecke stehenden kleinen Schuhe).
Heute ging's ganz früh los, zum Tsukiji-Fischmarkt. Der beginnt schon
500Uhr und verkauft täglich 90% des
frischen Fischs für
Tokyo. Ein ziemlich hektisches Treiben, das von dem Polizisten anscheinend
kaum geregelt wird, aber immerhin scheinen alle (ausser uns) nach den gleichen
Regeln kreuz und quer zu fahren. Es gibt Fisch, Krabben, Muscheln, Tintenfisch
in allen Variationen.
Das nächste ist dann Hamarikyu
Teien, der öffnet aber
erst 900Uhr. Derweil beobachten wir
die Fische im Garten um den Park. Ein älterer Mann erklärt
uns, dass sie Bora heissen und meint auch, dass es ziemlich liederlich
aussieht.
Im Park dann sieht alles sehr aufgeräumt aus (für etwa
300Yen pro Person). Die Kassiererin fragt sogar, ob wir Deutsche
sind, und dann bekommen wir die Parkerläuterungen sogar auf
Deutsch, sehr freundlich! Man bekommt hier im noch kühlen Winter
einen guten Eindruck, warum der Park ein beliebtes Ziel im Sommer
ist.
Nach anfänglichen Wanderungen entschließen wir uns doch, den Tokyo Tower, unser nächstes Ziel, mit der U-Bahn anzusteuern. Man kann zwar markante Gebäude schon vom weiten erkennen, der Fußweg erweist sich aber häufig als ziemlich lang und ist auch meist nicht so geradlinig wie unser Blick. Es gibt hier im Koen (im Stadtzentrum) sogar einen kleinen Schrein.
1200Uhr sind wir im Ueno-Park verabredet.
Nachdem wir auf einer Parkbank noch etwas gegessen haben, gehen wir jetzt ins
Tokyo-Nationalmuseum. In nur 4 Häusern kann man alles von der Antike und
Ägypten über China und Korea bis hin zur Geschichte Japans finden.
Hier sollte
man unbedingt 2 Tage einplanen! Schließlich haben wir in weiteren Hallen
auch Ausstellungen über Kalligraphie und Kabuki gefunden. Das war sehr
interessant!! Man darf hier übrigens sogar fotografieren (allerdings ohne
Blitz). Nur gegen 1500Uhr mussten wir erst
einmal eine Pause einlegen, der Jetlack hatte uns voll erwischt.
Am Abend ging's dann aber wieder, und wir sind noch im てんこもり (Tenko Mori) essen gegangen. Okono Miyaki schmeckt wirklich super lecker!! Es sieht zunächst aus wie Eierkuchen in Deutschland, aber mit viel mehr Gemüse oder auch Fleisch. Schließlich haben wir später am Abend noch Stephan und Inga wieder getroffen.
OK, heute nicht ganz so früh los, dafür aber neue Ziele. Zuerst
einmal nach Ginza, der Einkaufsmeile von Tokyo. Hier sieht man riesige
Straßen mit einem Geschäft am anderen, zahlreiche Boutiquen und auch
Banken. Hmm, Mastercard wird offenbar nur von der Citibank akzeptiert
(zumindest nicht von den vielen kleinen lokalen Banken), aber
zum Glück gibt's die hier. Nach einem kleinen Zwischenimbiss im Kombini
brechen wir in Richtung Kaiserlicher Gärten (Tokyo Eki) auf. Unterwegs
laufen wir in Hibiya sogar an einem Laden mit deutschen Speisen, Bier und sogar
Köstritzer Bier vorbei. Wer hätte gedacht, dass KöDu so bekannt
ist.
Wieder direkt neben den Hochhäusern und
Bürogebäuden im Stadtzentrum beginnt der Park. Ein großer
Platz und zwischen Graben und Weg sogar noch ein Stück Rasen mit
Bäumen. Allerdings scheint der im Winter nur wenig Wasser zu bekommen,
sodass er eher gelb als grün aussieht. Auf dem Vorplatz exerzieren noch
ein paar Jugendliche - man hört ihre Kommandos über den halben Platz
hinweg; aber fotografieren nicht erwünscht. Schließlich werfen wir
noch einen kurzen Blick auf das Regierungsviertel und den Reichstag.
Jetzt wollen wir einmal den Blick auf das modernste Japan werfen.
Dazu fahren wir nach Akihabara. Dort angekommen hält man uns als
erstes Schilder "Frauen für 3000Yen je 1/2Stunde"
entgegen - schon peinlich! Aber zwei Straßen weiter beginnt sie
wirklich die electric city. Wie auf einem deutschen Jahrmarkt und
Rummel, an jeder Ecke blinkt, leuchtet es und tönt andere Musik.
Wir versuchen erst einmal ein paar neue Filme zu kaufen. Zum
Glück gibt es in jedem Laden viele Angestellte, die man fragen
kann, denn in diesem Chaos wüsste ich nicht, wo man hier etwas
finden sollte. Als nächstes wollen wir もののけ 姫 (Prinzessin Mononoke) in
internationaler Version kaufen. Nach einem Fehlschlag und leichten
Missverständnissen (CD ソフト
sind also DVDs) finden wir einen entsprechenden Laden. Leider ist die
gerade nicht vorhanden. So ziehen wir weiter, noch ein paar
Eindrücke zu sammeln.
Am Abend schließlich suchen wir einen Blick über
Tokyo. Dazu sind wir auf das Rathaus in Shinjuku mit dem Fahrstuhl gefahren.
Ein schöner Ausblick. Hier
sollte man unbedingt mal herkommen, wenn man eine romantische Stelle und einen
Ersatz für den Sternenhimmel in Tokyo sucht. Besonders lohnenswert ist
auch der Ausblick am späten Abend, wenn viele Häuser erleuchtet sind
und die Ameisenstadt Tokyo in allen Farben erstrahlt. Hier geben sich
übrigens Japaner doch mal unbefangen und man sieht die Pärchen sich
in der Öffentlichkeit küssen
(かわいい).
Zum Tagesende fragten wir uns noch nach einer Internetstube durch. (インタネット, Internet Café ist eine deutsche Erfindung) So kann man den Kontakt zu Freunden halten. Heute sollten wir mal etwas früher ins Bett kommen, da wir morgen die ganze Nacht hindurch Karaoke machen wollen.
Heute lernen wir mal die nassen Seiten von Japan kennen. Wie
gestern schon vom Wetterbericht angedroht, regnet es heute den ganzen
Tag lang.
Trotzdem lassen wir uns den Besuch in Asakusa
nicht
verderben und schlendern vormittags über die Nakamise Dori. Hier
gibt es alles mögliche, von Süßigkeiten über
Stäbchen, kleine Andenken und Plüschtiere bis hin zum 着物
(Kimono) und Nigata (trad. japan. Kleidung).
Schließlich werfen wir noch einen Blick in den Sensoji (Tempel). Hier
begegnet man einer interessanten Mischung aus Religion und Kommerz. Man kann
für 100Yen für etwas persönliches beten. Naja, Ralf hat sich
mal eben besseres Wetter gewünscht. Aber bei diesem Regen schickt man
doch keinen Hund auf die Straße! Deshalb fahren wir erst einmal Heim.
Hoffentlich ist heute abend besseres Wetter.
ざんえん です! (So ein Mist) Wegen des schlechten Wetters wollen die Mädchen doch nicht nach Tokyo fahren. So fällt das Karaoke heute aus. 8-( Naja, vielleicht wird's ja am Ende noch etwas.
Mal richtig Urlaub machen! Morgens ausschlafen, gemütlich
frühstücken und den Tag in Ruhe anfangen. Das haben wir heute
früh gemacht. Mittags 1100Uhr sind
wir dann zum JR-Schalter, um unsere Reisepässe abzuholen. Dann geht's
los, quer durch Honschu. Als erstes Ziel steht Yokohama auf dem Plan -
offiziell die zweitgrößte Stadt in Japan. Tatsächlich ist der
Übergang von 東京 (Tokyo) nach 横浜 (Y.) nahtlos. Aber man erkennt,
dass im Vergleich zu Tokyo doch vieles großzügiger geplant ist. Der
erste Schritt ging in's Maritim-Museum. Das beginnt, ähnlich wie in
Deutschland mit einem richtigen Schiff zum Durchlaufen. Die Exponate im Museum
sind dafür mit viel mehr Animation, vor allem lustigen Filmen. Schade
eigentlich, dass das Museum so leer ist (es gibt kaum Gäste).
Dann machen wir noch einen kleinen Ausflug
zu einem nachgebauten Trockendock
und genießen einen Blick über den Hafen. Oh oh, jetzt bricht Panik
aus! Ist doch der Reiseführer in den letzten 5min irgendwo liegen
geblieben. Auch beim Blick über das Geländer war er nicht zu sehen.
Im Museum kann er doch nicht sein?? Also nochmal ganz in Ruhe zurück.
Ah, 5min später ist alles wieder beim alten. Der Reiseführer und die
Ruhe wieder gefunden. Jetzt können wir auch noch in Ruhe den Landmark
Tower besteigen - den höchsten Turm in Japan.
Mit riesen Geschwindigkeit geht's hinauf (750m/s). Dabei wird man über
die Aussicht und den Turm von 90s Tonbandvortrag von der Stewardess
aufgeklärt. Schade, dass man bei dem Tempo wenig versteht. Der Ausblick
über Yokohama ist dafür fabelhaft. Man sieht das Zentrum, einen
Jahrmarkt und am Horizont, leicht in grau gehüllt, sogar den Fujisan.
Gegen Ende noch ein kurzer Blick durch China Town.
Ganze
Straßenzüge voller bunter Läden mit Süßigkeiten,
Antiquitäten und allerlei Schnickschnack. Den Anblick sollte man einfach
mal genießen. Das ist eines der großen Viertel, die es sonst nur
noch in ein paar Städten in Amerika gibt. Gerade in der Dämmerung
kommen die noch bunteren grellen Farben sehr stark zur Geltung.
Langsam machen wir uns wieder auf zum Bahnhof - heute abend treffen wir uns noch mit einem alten Freund, der ein Jahr lang Praktikum in Japan macht. Er erzählt ein paar von seinen Eindrücken über Japan und gibt uns sogar noch ein paar Insider-Tipps über Japan. In Hon-Atsugi angekommen scheint die Stadt für Arbeiter ausgelegt zu sein, die U-Bahn-Werbung ist auch deutlich sexistischer. Wir werden von Andreas auf dem Bahnhof empfangen. Zuerst einmal gehen wir in den 100Yen-Shop und kaufen wichtige Utensilien: lackierte Stäbchen, einen Eisenbahn-Netzplan, japanisches Schach für den PC, wahrscheinlich etwas mehr, als man wirklich braucht. Dann noch etwas zum Abendessen - heute wird mal gekocht!
Schließlich gehen wir die 15min bis zur Wohnung zu Fuß. Dabei
laufen uns die Arbeiter von Sony über den Weg - 50 Mann alle im
gleichen Anzug und mit leeren Gesichtern. Andreas zeigt uns das Hochhaus, in
dem er arbeitet.
Zu Hause gibt's heute mal
selbst gekochtes mit ein bisschen
Curry. Dann sehen wir noch etwas japanisches Fernsehen - so bunt und hektisch
wie MTV. Unser Freund erzählt ein bisschen von den Leuten in
der Firma; äusserlich mögen sie sich kaum unterscheiden, aber
persönlich gibt es wie bei uns, die Freundlichen, die Unwissenden,
Heuchler und ein paar nette Frauen. Nach einem sehr lustigen Abend schlafen
wir voller Erwartungen über die nächsten Tage mit viel traditioneller
Kultur ein.
Heute steht Kamakura (かまくら) auf dem Plan. Wir sind etwas später aufgestanden und mit voll bepackten Rucksäcken unterwegs. Unser Ziel ist der 大仏 (Dai-Butsu). Auf dem Bahnhof schnell noch versucht, die Reservierung im UNO-Haus zu bestätigen. (Beim zweiten Anruf mit der richtigen Nummer klappt das dann auch.) Da scheint nichts angekommen zu sein, jedoch nimmt die Frau unsere Reservierung noch entgegen und bemüht sich leidlich, mir den Weg zur Herberge zu beschreiben (leider verstehe ich am Telefon nur die Hälfte aller Worte).
Auf einem kleinen Bahnhof steigen wir aus, gleich daneben der erste Schrein. Zunächst geht es treppauf ("den Göttern entgegen"). Dann kommen einige schöne Gartenanlagen, ein Tempelgebäude - auf dem hölzernen Rundweg bitte Schuhe ausziehen! Im Inneren schließlich eine Buddha-Statue (noch nicht der 大仏) eingefasst im hölzernen Rahmen. Aussen eine Reihe von Steinen und kleinen Figuren - dazwischen Geldstücke gelegt. Schließlich steigen wir eine Treppe zum höchst gelegenen Tempelgebäude hinauf. Zwischendurch ein Blick auf Gräber. Zwei Frauen meinen zu uns, dass der Ausstieg wohl sehr schwierig sei. Ich antworte nur, schön (genau habe ich Sie leider nicht verstanden).
Weiter geht's zu einem Garten. Ein junger
Riksha-Zieher hat uns diesen
Abstecher empfohlen, er war wohl erfreut über die Abwechslung beim Warten
auf die nächsten Kunden. Der Garten ist sehr gepflegt und mit alten aber
sehr schön blühenden Pflaumen- und Kirschbäumen
geschmückt. Zu dieser Jahreszeit blühen schon die Pflaumen.
Von hier hat man einen herrlichen Blick über die Stadt - Kamakura wirkt
jetzt harmonisch in die Landschaft eingefügt. Kurz vor der Dämmerung
(die Schultern werden langsam schwerer von den Rucksäcken) erreichen wir
ihn schließlich, über einen langen Aufstieg zu einem Shinto-Schrein
im Wald und entlang einer gewundenen Straße durch den Ort. 大仏 - eine
13m hohe Statue aus Stein, ein lächelnder sitzender Herr, der eine
gewisse Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlt (eben der Erleuchtete).
Schließlich beenden wir unseren Besuch in Kamakura mit einem kurzen
Blick in den Vorgarten eines Ryokans. Sehr kunstvoll hergerichtet, mit Steinen
dekoriert und kleinen Bäumchen. Sogar ein Teich mit Goldfischen ist
davor.
Leider haben wir unsere Reservierung
für den Shinkansen zu
spät gemacht, sodass wir in übervollen nicht reservierten Wagen (noch
dazu im Raucherabteil) reisen müssen. Andererseits kann man so
ungestörter zusehen, was die umstehenden Gäste so machen:
Schulaufnahme-Testbögen, Vokabeln lernen, oder auch stehend schlafen.
Nach 2,5h ist die Tortur vorbei. Also: beim nächsten mal
rechtzeitig Sitzplätze im Shinkansen reservieren!
In Kyoto angekommen finden wir das UNO-Haus relativ schnell und die Hausdame
ist extra unsertwegen länger aufgeblieben (ごめんなさい). Eine
gemütliche kleine Unterkunft, nur um diese Jahreszeit etwas kühl -
mit dieser Kälte scheint hier keiner zu rechnen. Aber wir fallen
erschöpft und glücklich ins Bett.
Etwas später am Vormittag
(schließlich ist Urlaub) brechen wir nach Ise auf. Diesmal klappt die
Reservierung, sodass wir in nur 3h bis 名古屋 (Nagoya) kommen. Dann steigen
wir in den Zug nach Ise ein. Nach anderthalb Stunden sind wir am
letzten Umsteigebahnhof. Weitere 1,5h und wir erreichen Ise. Der lokale Zug
fährt wirklich gemütlich; es bleibt also viel Zeit, mal die
Landschaft (richtige Wälder zwischen vielen Bergen ganz im Unterschied zu
Tokyo) von Japan zu bewundern. Nach einem kurzen Gespräch im Kiosk laufen
wir geradewegs in die Stadt hinein. Man hatte uns versprochen, dort eine Karte
zu den Sehenswürdigkeiten zu finden.
Das haben wir wohl übersehen, dafür aber direkt den äußeren Ise-Schrein gefunden. Ein schöner Park und viele kleine Schreine. Dazwischen auch eine Gruppe Manager, einer sogar mit Telefon - vermutlich der Chef. Nur zum Beten hat er mal kurz aufgelegt; scheint ja wirklich vollauf beschäftigt zu sein.
In der letzten halben Stunde sind wir dann noch zu 双海瓜
(Futami Uri)
gefahren. Hier entstand der Sage nach die japanische Bevölkerung. Die
zwei Steine repräsentieren die ersten Götter in Japan.
Zurück erwischen wir einen wesentlich schnelleren Zug (einen rapid train). Der kostet zwar auf halber Strecke noch 500Yen extra - Gleise der Privatbahn - man ist dafür aber wesentlich schneller wieder in Kyoto.
Am Abend lernen wir in 京都 (Kyoto) im UNO-Haus zwei Herren kennen. Der eine hat vorher in Taiwan gearbeitet, ein Japaner, ist allerdings sehr abendländisch geprägt und spricht auch sehr gut englisch. Mit ihm haben wir viel Spaß und unterhalten uns auch über komische Bräuche in Japan. Der zweite, ein koreanischer Student, hat in nur einem Jahr deutlich mehr Japanisch gelernt als ich in vier Jahren. Im Gespräch kann ich viel Japanisch üben. Was man nicht aussprechen kann, wird mit Händen und Füßen erklärt. So hatten wir einen sehr lustigen Abend.
Diesmal fährt der Shinkansen gleich bis in die Stadt. Übrigens
hat der hier maximal 3min Verspätung - da sollte sich die Deutsche Bahn AG
ruhig mal ein Beispiel nehmen.
奈良 (Nara) scheint
sehr auf Touristen
ausgelegt zu sein. Wir laufen von einem Hinweisschild zum nächsten. Als
erstes ein größerer Schrein, dann im Park Rehe füttern. Die
sind hier wirklich extrem zutraulich und lassen sich sogar streicheln und
füttern かわいい! Auf dem Weg zum nächsten Tempel kommen wir an
einem Teich mit Schildkröten vorbei. Sie sonnen sich, ihnen ist wohl noch
etwas kühl in dieser Jahreszeit mit nur 12 Grad. Schließlich sehen
wir sogar ein Reh in Richtung Lebensmittelladen laufen. Allerdings wird es
dort nicht so höflich empfangen ;-). Von einem Kloster aus
haben wir schließlich noch einen herrlichen Blick über Nara.
Am Abend schließlich führen
wir noch einen kleinen Schwatz mit
Straßenmusikern in Nara. Zwei Herren mit E-Gitarren, einer singt dazu.
Zwischendurch kommt sogar ein Herr vorbei und fragt interessiert (vielleicht
ein Manager, der nach Nachwuchskünstlern Ausschau hält, wer weiss).
Mit der jungen Dame, die daneben sitzt, unterhalten wir uns noch eine Weile.
Sie sagt, sie studiere Architektur. Wir erzählen ihr, dass Weimar ein
sehr bekanntes Kulturzentrum in Deutschland ist und fragen, ob sie denn nicht
einmal im Ausland studieren möchte. Später geben wir ihr noch unsere
eMail-Adressen, vielleicht schreibt sie ja mal …
Oh je, das schlechte Wetter schlägt wieder zu. Es
schüttet wie
aus Kannen. Gegen Mittag wollen wir dann doch noch nach 大阪 (Osaka) los.
Dort angekommen, verlaufen wir uns erst einmal, gleich als wir aus der U-Bahn
heraus kommen, trotz Stadtplan. Im zweiten Anlauf finden wir dann das
Aquarium. Wenn schon Wasser, dann wollen wir das auch von Innen sehen. In
Japan kann man richtig nah an die Robben, Fische, Krebse und anderen
Meerestiere heran. Im Unterwasserbecken (trocken hinter der Glasscheibe) kann
man sie richtig fotografieren - echt stark! Wir besuchen auch den Floating
Garden - den höchsten Turm von Osaka, allerdings kann man wegen des Regens
kaum etwas sehen. Naja, vielleicht können wir ja morgen abend nochmals
einen Blick über Osaka werfen.
Heute auf nach 神戸(Kobe). Hier gibt es auch eine schöne
Hafenanlage, einen interessanten Park und China-Town. Nach zwei
Stunden haben wir alles wichtige erlaufen und wollen nur noch mal
durch Chinatown. Allerdings scheint das hier nur anderthalb
Straßen zu umfassen und längst nicht so groß zu sein,
wie in Yokohama. Naja, Fischstückchen und Frühlingsrolle
haben wir doch noch gefunden - sehr lecker.
Am Abend sind wir dann nochmals nach Osaka. Auch jetzt sind wir zuerst einmal aus der Bahn herauskommend in der falschen Richtung losgelaufen. Schliesslich finden wir mehrere Hinweisschilder zum Park und nach einer Weile auch hierher. Hinter Plastikwänden strikt rechtwinklig angelegte Blumenbeete. Sicherlich in mühevoller Kleinarbeit entstanden, aber von aussen mit Großstadt- und Elendsatomsphäre echt ungemütlich. Wohl dem, der es sich leisten kann, hier regelmäßig einzutreten. Auch hier finden wir wieder einen kleinen Tempel, diesmal dicht umstellt mit Grabsteinen. Wahrscheinlich währe es dringend nötig, etwas für die soziale Struktur, etwa sozialen Wohnungsbau zu betreiben, da ansonsten die soziale Armut (die vielen Obdachlosen) das Stadtklima noch weiter nach unten drückt. So verlassen wir diese Stadt auch am zweiten Tag eher mit gemischten Gefühlen.
Weiter mit Regenwetter wollen wir heute nach Himeji und
Okayama. Erster Stopp ist Himeji, um eine berühmtesten Burgen zu
besichtigen. Von weitem sieht man die oberen Etagen über die
Mauern und den Park hinausragen. Im Park stehend ist sie
zunächst hinter ein paar Bäumen verborgen, dann aber durch
die hohe Mauer gut erkennbar. Im Inneren wird man zunächst von
Dunkelheit empfangen.
Im Erdgeschoss sind vor allem
Toilettenräume und
Lagerplätze für Waffen und Munition. Dann geht es auf
steilen Treppen nach oben. Auch im zweiten Stock ist nur wenig mehr
eingeplant. Dafür werden hier vom Museum in einigen Vitrinen alte
Wappenzeichen und sogar eine Samurei-Rüstung ausgestellt - das
ist uns ein paar Photos wert. Ab dem 4. Stock wird es dann deutlich
heller. Statt der kleinen Schießscharten jetzt Ausguck-Fenster,
zwar hinter Gittern, aber mit einem interessanten Blick über
Himeji (Prinzessinnen-Burg heisst das übrigens).
Wegen starkem Regen schlendern wir noch durch die überdachte
Einkaufsstraße. Auch die Mädchen in Schuluniform haben
heute die Strümpfe bis dicht unter den Minirock gezogen, es ist
wirklich kalt!!
Am Abend haben wir dann noch ein Telefonat mit Familie Andou geführt. Am Anfang habe ich versucht, mich zu unterhalten, ging aber noch recht schwer. Als ich dann aber meinte, dass ich 楽しい (tanoshi) sei, musste Frau Andou lachen. Ralf hat mir hinterher erklärt, dass うれしい (ureshi) besser gewesen wäre, da ich jetzt als witziger Mensch dastehe (statt glücklich). Oh oh, ich glaube, ich muss noch viel japanisch üben がんばって!!
Anschließend haben wir gleich noch die Reservierung fürs Ryokan in Kanazawa gemacht. Beim ersten Versuch (ich hatte mir meine Worte vorher überlegt), hatte man uns in wohl höflichem aber sehr schnellem Japanisch erklärt, dass keine Reservierung mehr möglich sei. Beim zweiten Ryokan war man dagegen bereit, uns auch im langsamen Japanisch über die Reservierungsmöglichkeiten aufzuklären.
Noch etwas kühl am Morgen (sogar einige Schneeflocken), aber immerhin kein Regen, geht's heute auf nach 広島 [Hiroshima]. Eine Stadt, die wie Nagasaki, im Ausland vor allem bekannt ist, weil hier am 6. August eine der zwei Atombomben von Amerikanischen Bombern abgeworfen wurde.
Zunächst besuchen wir einen kleinen Park mit einem Teich. Es ist schon beeindruckend, wie kunstvoll so viele verschiedene Blumen auf sehr kleinem Raum angeordnet wurden. Dieser Ort bringt einem so früh am Morgen noch viel Ruhe entgegen.
Dann brechen wir in Richtung Atombombendom auf,
dem bekanntesten Denkmal in
広島. Unterwegs finden wir am Wegrand weitere Denkmäler, wie das
Mädchen, das
1000 Kraniche falten wollte, um sich vor dem Tod durch die Atombombe zu retten.
Auch das Denkmal der zwei Schwestern ist zu finden.
Die zentrale Gedenkanlage ist auch heute noch sehr kunstvoll
verziert - viele tausend Kraniche, in mühevoller Kleinarbeit
gefaltet und in langen Ketten aufgehängt. Das Gebäude, dessen
Ruine zum Atombombendom ernannt wurde, ist nur noch ein Steinskelett
zu sehen, auf einem Stein auch ein unheimlicher weisser Schatten, den
ein Mensch während des Bombenabwurfes hinterlassen hat. Daneben
ist ein Platz mit einem Mädchen, das hoch auf einer Säule
schwebt - das Kinderdenkmal für die vielen Kinder, die in 広島
ums Leben kamen. Wenn man noch ein Stückchen weiter geht, kommt
man an an einem flachen grünen Hügel. Dieser wurde in den
Wochen und Monaten der Aufräumarbeiten aus den Trümmern
aufgeschüttet. In der Nähe befindet sich auch die
Friedensglocke, deren Klang die Menschheit an die Pflicht zum Frieden
erinnern soll.
Nach einer langen Besichtigung der historischen
Stadt, fahren wir gegen Nachmittag noch mit der Fähre nach Miyajima, eine
kleine Insel in der Bucht von Hiroshima. Hier steht der Itsukushima-Schrein.
Die Insel scheint vor allem von Andenkenhändlern, Mönchen und Rehen
bewohnt zu sein. Manchmal sind die Rehe soo aufdringlich. Siehe auch
andere Sichtweise (www.ralferly.de).
Zum Abschluss unseres Aufenthalts
in 京都 [Kyoto] noch die Stadttour selbst. Als erstes wollen wir
einen Blick in den kaiserlichen Garten werfen. Der Park ist recht
geräumig (und im Gegensatz zu Osaka auch sehr sauber), an einer
Seite gibt es hinter Büschen sogar einen Sportplatz. Nur in die
inneren Gärten lassen sie uns nicht ざんえん です。
OK, weiter
geht's mit Busplan am Toji-Tempel, einem der berühmtesten
buddhistischen Tempel Japans. Hier steht eine Kollektion aus
zahlreichen Buddha- und Boddhisatva-Statuen.
Als nächstes wollen wir zum Kaiserlichen Schloss. Dabei kommen
wir an zwei großen gegenüberliegenden Toranlagen vorbei.
Wir biegen in das östliche etwas prächtigere 西本願寺
(östliche Tor) ein. Im Inneren erstreckt sich eine riesige
Tempelanlage. …
Nur der 金閣寺 (goldene Tempel) ist wohl eher eine Baustelle.
Einige andere Gäste in der Jugendherberge erzählen uns, dass
der Tempel in den 70ern abgebrannt ist und seitdem wieder aufgebaut
wurde. Er soll aber trotzdem wieder sehr schön aussehen. Wenn jemand
ein Photo vom Tempel machen konnte,
schreibe er doch bitte mal.
Zum Abschluss schließlich noch ein kurzer
Abstecher zu einem kleinen
Steingarten. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Friedhof vorbei. Dicht
aneinander gedrängt stehen dort zahlreiche schmale Grabsteine. Dazwischen
klappernde Holzlatten; diese sollen die bösen Geister vertreiben.
Zum Abschluss noch einen Blick vom 京都タワ (Kyoto Tower). Man erkennt nochmals die zahlreichen Tempel und Parks. Im Hintergrund erstrecken sich die vielen Neubauten und auch ein Atomkraftwerk.
Dann geht's mit dem 新幹線 (Shinkansen) quer durch 本州 (Honschu)
nach 金沢(Kanazawa) der nördlichsten Etappe unserer Reise.
Städte und Landschaft fliegen nur so an uns vorbei. Am
späten Nachmittag kommen wir schließlich an.
Offensichtlich haben wir den Ballungsraum von 本州 verlassen, vieles
in der Stadt ist deutlich großzügiger angelegt als in Kyoto
oder gar Tokyo. Aber auch hier ist die Stadt am Abend sehr bunt
beleuchtet. Nach einem kleinen Fußmarsch haben wir das 旅館
(Ryokan) erreicht.
Von aussen ein
kleines Gebäude, doch im Innern sehr traditionell eingerichtet.
Gleich am Empfang lässt man seine Schuhe stehen und schlüpft
in Hausschuhe. Untergebracht sind wir in eineinhalb Zimmern. Im
vorderen größeren Raum ein kleiner Tisch, drei mal 2
Tatami-Matten groß. Als erstes probieren wir einmal die
Teezeremonie aus. Wenn wir ab morgen bei Familie Andou zu Besuch
sind, ist es besser, wenn wir ein bisschen Kultur kennen. Wenn man am
Tisch in der Mitte hockt und den kleinen Garten hinter der Glasscheibe
beobachtet, kann man sich an das kleine Zimmer gewöhnen. Nach
einer Weile probieren, haben wir herausgefunden, wie man die
Klimaanlage auf heizen einstellt. Die Bedienung ist etwas anders als
man das von zu Hause gewöhnt wäre. Bevor wir ganz müde
werden, probieren wir noch die Dusche und das heisse Bad aus. Ein
heisses Bad soll ja die Sinne beleben, aber bei diesem rollen sich mir
die Zehnägel. Ich bin eben doch noch kein echter Japaner.
Jedenfalls sind wir jetzt wieder wach, sodass wir nochmal losziehen,
etwas zum Abendessen zu finden.
Auf den Tipp der Wirtin hin finden wir eine preiswerte Bar für
Studenten. Nachdem wir wohl nicht die Speisekarte in Kanji verstehen,
führt uns die Wirtin Kurzerhand an einer Speisenausstellung
vorbei, wo wir uns jeder ein Menü aussuchen. 豚肉 und ※
für strong young men empfiehlt mir der Wirt, also probier' ich das
mal. Auf einem kleine Tablett drei bis vier Gänge. Vorsuppe,
Tee, Hauptspeise mit Reis, Schweinefleisch und natürlich Wasabi
(scharfer grüner Rettich). 本当からいよ! (wirklich
scharf)
Naja, über Wetter reden wir lieber nicht, (es gibt heute
keins). Dafür haben wir in Hakui eine Cosmo-Insel gefunden. Am
äussersten Rand von Honschu (Halbinsel Noto) in einem kleinen
Dorf plötzlich ein Museum für Raumfahrt auf der Erde.
Und sogar mit einer echten Wostock-Kapsel, sowie einigen
amerikanischen Raumkapseln. Am Anfang eine kleine Präsentation
über das Universum und wie der Mensch es wahrnimmt. Tja, so ein
Planetarium wie das in Jena steht in Japan sogar auf einer so kleinen
Halbinsel wie Noto 8-). Und die Präsentation ist
doppelt so ansprechend wie die in Jena. Leider scheint das Zentrum
etwas wenig besucht zu sein (Vorstellung für zwei Leute ist
sicherlich nicht so geplant). Dafür nutzen wir die Chance um so
mehr, zahlreiche Photos zu schießen.
17.00Uhr wollen sie dann schließen, sodass häufiger mal jemand nach uns schaut. Die Stadtbibliothek im Erdgeschoss sieht auch recht umfangreich für so eine kleine Stadt aus. Wir werfen einen kurzen Blick auf das Bücher- und Videoangebot. Schließlich fahren wir bei immer noch leichtem Regen mit dem Zug zurück nach 金沢. Am Abend machen wir uns noch auf zu einem kleinen Stadtbummel und halten Ausschau nach einer Internetstube. Ausserdem müssen wir Familie Andou natürlich Bericht erstatten, was wir heute so erlebt haben. Langsam wird's besser mit dem Japanisch-Verständnis. がんばって!!
Das bessere Wetter nutzen wir, um noch ein paar
Photos von den Tempeln hier
zu machen. Dann steigen wir in den Zug nach さいたま(Saitama). Heute abend
treffen wir uns mit Familie 安東 (Andou). Diesmal sehen wir sogar
schneebedeckte Landschaften; jetzt kann ich mir vorstellen, wo hier die
Winterolympiade stattgefunden hat. Das Meer ist auch recht aufgewühlt.
Im 東京駅 (Tokyo-Eki - Hauptbahnhof) erwischen wir dummer weise den Local
Train in die falsche Richtung, sodass wir uns Saitama nicht nähern.
Schliesslich kommen wir nur anderthalb Stunden zu spät am verabredeten
Bahnhof an. Herr
und Frau Andou haben sehr geduldig auf uns gewartet ごめんなさい (wir bitten
vielmals um Entschuldigung).
Nach einer kurzen Autofahrt kommen wir am Haus der Familie Andou an. Es ist anscheinend etwas klein, steht aber in einer sehr vornehmen Gegend. しつれい します。(sagt man beim Eintreten) Im Inneren ist alles sehr vornehm eingerichtet. Das Kinderzimmer ist hell erleuchtet von der Abendsonne und voller Spielsachen. Nur auf der Couch ist fast kein Platz mehr, da der Tiger es sich schon gemütlich gemacht hat. Aber schliesslich kann Ralf ihn bändigen und findet noch Platz neben ihm.
Am Abend dann sind wir zum 飲み会 (Nomikai,
Treffen, um sich zu betrinken) eingeladen. Oh je, und das, wo ich doch
eigentlich keinen Alkohol trinke. Mit ein paar Freunden treffen wir uns in
einem Nebenraum eines kleinen Gasthauses. Zuerst bedankt sich die Wirtin
vielmals, weil wir in ihrer bescheidenen Gaststube verweilen. Natürlich
müssen die Männer uns erklären, dass sie die schönste
Geisha (Frau der Künste)
im Ort sei (mit ihren etwa 45Jahren und zahlreichen Falten im Gesicht, typisch
japanischer Humor, ne).
Erstaunlicher
Weise sprechen alle recht gut englisch,
sodass ich trotz meiner geringen Japanischkenntnisse fast alles verstehe. Es
beginnt mit einer Vorspeise, es gibt Fisch und Meeresfrüchte auf einem Tablett
serviert, sehr dekorativ angeordnet. Dazu schon mal ein kleines Asahi-Biru.
Zwischendurch kommt sogar mal der Hausherr vorbei und stellt uns seine Tochter
わかね (Wakane) vor. Sie ist sehr nett, spricht aber kaum ein Wort. Tja,
mit der Liebe auf den ersten Blick wird es wohl vorerst nichts; hoffentlich
kommt der Richtige später noch vorbei. Dann zeigt man uns zwei große
Flaschen Sake 1,5-3l, die man anscheinend heute abend noch trinken möchte.
Oh, oh, がんばって!(Streng Dich an, viel Erfolg) Nach dem ersten Glas Sake
erfährt man, wo die Freunde arbeiten und dass sie in der Freizeit alle gerne
Golf spielen. Nach dem zweiten und dritten Glas fallen dann anzügliche
Bemerkungen über Frauen und man fragt uns auch vorsichtig, ob wir denn schon
Freundinnen hätten. Ja, ja " Männer werden immer erotisch, wenn sie
Alkohol trinken." (eine gute Freundin, gemeint war sexistisch).
Irgendwann beginnt alles, ein bisschen zu schaukeln, aber nachdem ich mal kurz
an der frischen Luft war, geht es wieder… Auf dem Rückweg hätte fast
noch einer sein Fahrrad vergessen. Aber wir kommen alle wieder wohlbehalten
zu Hause an. Das war schon ein sehr lustiger Tag. Mal sehen, wie es morgen
weitergeht.
Heute ist strahlender Sonnenschein und wir wollen alle gemeinsam nach
東京駅 (Tokyo Eki- Stadtzentrum). Frau Andou ist heute sehr ausgelassen.
Als erstes geht's zum Kaiserpalast. Heute darf man sogar in den Garten! Es
hat schon Vorteile, wenn man Einheimische kennt. Sie erzählen uns auch, dass
das Schloss im Garten, ein typischer Holzbau, irgendwann vor 200Jahren einmal
abgebrannt ist. (Es wurde also sorgfältigst wiederaufgebaut.) Anschließend
machen wir einen kurzen Stadtbummel, um in einem sehr vornehmen Restaurant zu
Mittag zu essen. Danach lädt uns Familie Andou sogar noch ins 歌舞伎 (Kabuki)
ein im Tokyoer Nationaltheater.
つるひめ (Prinzessin Tsuruhime) Ihr Vater
ist ein ehrbarer Herrscher, der von seinen Feinden zu einer Feier eingeladen
wird und die Einladung aus Höflichkeit nicht ablehnen kann. Auf der Feier
wird er dann zu einer Nachlässigkeit überredet und im nächsten Augenblick
hinterrücks ermordet. Seine Tochter versucht nun als Frau, seine Ehre zu
verteidigen. Zunächst wirkt die Figur der Tsuruhime etwas plump und unelegant.
Wenn man aber weiss, dass die Rolle einschliesslich der recht hohen Stimme
von einem Mann gespielt wird, muss man schon sagen Höchstleistung! Sehr
hilfreich sind auch die Erläuterungen über Kopfhörer wahlweise auf englisch
oder japanisch. Das ganze Stück wird in 3 Akten aufgeführt.
Zum Tagesabschluss gehen wir noch ein kleines Stück durch Tokyo. Am Abend schliesslich zeigt Ralf noch zahlreiche Fotos aus Deutschland. Insgesamt ein sehr ereignisreicher Tag mit einigen kulturellen Besonderheiten, den man ruhig als den Höhepunkt unserer Reise bezeichnen kann.
Noch einmal Frühstück bei Familie Andou. Dann bedanken wir uns für die fürstliche Unterkunft und das fabelhafte kulturelle Programm. Herr Andou lädt uns gleich ein, wenn wir wieder nach Japan kommen, sie doch nochmal zu besuchen. Man entschuldigt sich sogar, dass wir in ihrem so kleinen Haus wohnen mussten. Da weiss ich gar nicht, wie ich mich bedanken soll, für die so überfürstliche Aufnahme und all die Umstände, die man sich unsertewgen gemacht hat. Den Umgang mit soviel Höflichkeit muss ich noch üben.
Der Morgen verspricht herrliches Wetter, optimal um
heute den 富士山 (Fujisan) mal aus der Nähe zu betrachten. Den
höchsten und bekanntesten Berg Japans. Dazu fahren wir zuerst
nochmals nach Shinjuku, aufs Rathaus. Von hier hat man einen
wunderbaren Blick auf den Berg. Anschließend geht's mit dem
JR-Ticket bis nach Shinfuji, einer kleineren Stadt am Fuße des
Berges. Von der Bahn aus hat man diesen herrlichen Blick auf den
Berg. Leider beginnt der Himmel langsam, sich zuzuziehen. Als wir
in Shinfuji sind, müssen wir feststellen, dass es zwar in der
Nähe des Berges, tatsächlich aber noch über 10km
entfernt von diesem liegt. Von hier aus ist er wohl nicht in einem
Tag (zu Fuß) zu erreichen. Leider fährt auch keine
JR-Linie bis zur Talstation vom Fuji, und schließlich ist der
auch nur im Frühjahr und Sommer begehbar, sodass man eine
Besteigung wohl auf einen Sommerbesuch planen muss. Naja, alles kann
man nicht in einer Reise erleben.
Stattdessen besuchen wir noch eine kleine Stadt mit
einem Schloss. Am Abend treffen wir uns dann nochmals mit Andreas.
Jetzt haben wir einiges mehr zu erzählen. Schade, dass der
Abend so schnell vorbei ist. Aber wir sind noch gespannt auf die
letzten Tage in Saitama.
Am kühlen morgen brechen wir auf in Richtung
Bahnhof. Gegen
Mittag sind wir mit いく子 (Ikuko) und まゆみ (Mayumi) vor dem
Disneyland verabredet. Am Eingang ist es noch erstaunlich leer,
vielleicht weil heute Dienstag ist. Aber an den Erlebnisstationen
muss man meistens doch anstehen. Als erstes ein Flugsimulator mit
Figuren aus Star Wars (Episode 1). Man hat das Gefühl, in einem
echten Raumgleiter zu sitzen. Ooh ja, der Fußboden wackelt auch
richtig. Nichts für Leute mit schwachen Nerven. Im Erlebnispark
fällt, ähnlich wie auf Hakui, auf, dass alles viel bunter
und noch rafinierter ausgelegt ist, als in Deutschland. Allerdings
fällt es schwer, etwas zu finden, von dem man direkt etwas lernen
könnte.
So fahren wir dann verschiedene Achterbahnen und sehen noch
allerlei technische Raffinessen. Sogar ein 3D-Kino mit 4 Sinnen. So ist die
Hälfte der Japanerinnen mitten in der Vorführung
aufgesprungen, als ein Rudel Mäuse im Film floh und man im
Zuschauerraum plötzlich das Gefühl hatte, das man die
Mäuse an den Beinen spüren könnte. Schließlich
ist man kurz vor Filmende noch von einem Hund angenießt worden.
Nao eine andere Bekannte hat uns auch einen halben Tag begleitet. Sie
hat ab und zu anzügliche Bemerkungen gemacht. Aber zum Glück
habe ich nicht alles verstanden, was sie erzählt hat. Am Abend
haben wir dann zu viert noch einen romantischen Spaziergang durch den
Schlosspark von Shindarera (Aschenputtel) gemacht. Der leuchtet
abwechselnd in allen Farben, allerdings war's echt kalt.
Letzter ganzer Tag in Japan. Am morgen, etwas kühl, aber Sonnenschein, machen wir einen kleinen Ausflug mit Ikuko und ihrem Hund. Der freut sich bestimmt, dass mal wieder so weit laufen kann. So geht es zunächst bis zum Dorfrand, dann am Feldrein ein Stück entlang. Hier glaubt man gar nicht, dass man in Japan ist. Weite Felder mit Wintergetreide und viel Wind …
Dann fahren wir ins Stadtzentrum zur
Reitaku-Universität. Ein riesiges
Universitätsgelände. Reitaku ist nicht nur eine Universität,
sondern auch
eine Grund-, Mittel- und Oberschule. Heute scheinen allerdings Ferien zu
sein, da wir fast niemanden auf dem Gelände antreffen. Wir werfen mal einen
Blick in den Bibliotheksvorraum. Hier gibt es sogar verschiedene
Tageszeitungen aus der Welt und aus Deutschland. Auch der Innenhof ist sehr
ordentlich gepflegt und sauber gehalten. Hier treffen wir einen alten
Bekannten wieder, Yoshi. Sehr vornehm gekleidet im Anzug. Er hat leider nur
wenig Zeit und kommt gerade von einer Bewerbung wieder. Er erzählt uns,
dass jetzt zwar Ferien sind, aber alle älteren Studenten auf Arbeitssuche
sind. …
Ein paar Dinge gibt's noch, bevor wir den Rückflug antreten.
Manche Bilder passen einfach nicht in die kurze Erzählung.
So zum Beispiel diese merkwürdige schwarze Säule auf
dem Weg vom Tokyo Eki zum Kaiserlichen Garten (am 23. 2.).
Mitten in 金沢 (Kanazawa, am 8. 3.), in Japan gibt es
anscheinend nichts, was es nicht gibt, solange man damit mehr verkaufen kann.
…
Da gibt es sicherlich viel aufzuzählen. Aktive Gruppen in Deutschland sind beispielsweise die DJG-Augsburg. Eine sehr umfangreiche offizielle Seite ist sicherlich die, der Japanischen Botschaft in Berlin. Dort finden sich zahlreiche Diskussionsforen, allgemeine Informationen, aber auch Austauschprogramme, ….
Schließlich noch Seiten mit einem riesigen Infokatalog über Japan (IAQI) oder Informationen über Japan nach Kategorien (LOCAL). Hier findet man alle möglichen Dinge: Nachrichten, Bücher zum Thema Japan, Informationen über Regionen Japans; einziger Nachteil, die Seiten sind in Englisch/ Japanisch. Ich denke, eine typische Internet-Informations- Fimren, aber noch nicht so Werbeüberfrachtet.
Looking for diverse information in and about Japan (IAQI) or Japan information by cathegories. Take a look at these sites (they're in English/ Japanese). You can find very much at these pages: actual news about Japan, books related to Japan, many cathegories like Antiques, Architecture, and many articles from regions in Japan.